320x180 Yvonne Schönau

Wut – Nutze deine Superpower, um zu sein, wer du bist!

Wut. Eine Emotion, mit der wir uns gesellschaftlich schwer tun, weil uns oft suggeriert wird, wer wütend ist, ist ein böser Mensch und hat sich nicht im Griff.
Wir schauen uns die Wut heute genauer an, was steckt dahinter und wie du mit ihr umgehen kannst und du sie konstruktiv für dich nutzen kannst. Denn Wut ist eine starke, treibende Kraft, die wir für unser Zusammenleben nutzen können. Sie hilft uns, die eigenen wahren Werte, Ziele und Bedürfnisse aufzuspüren.

Zu erst ist wichtig zu verstehen, dass Emotionen – egal welche – ein Kommunikationsmedium sind. Es ist die Sprache, ein Feedback unseres Körpers, um uns etwas zu sagen. ⠀

Hinter jedem Ärger steckt ein unerfülltes Bedürfnis.

Ärger ist die kleine Form von Wut. Wut ist massiver, steigt von tief innen auf.
Energie im Bauch und Hände und Beine. Wut ist auf einen konkreten Anlass bezogen.

Zorn ist zielgerichtete Wut und mit wertenden Gedanken verknüpft. Zorn ist sachlich und eine
Reaktion auf eine Ungerechtigkeit.

„Sein Zorn wird dich treffen.“

Ärger ist diffuser. Ärger braucht keinen Anlass. Wie entsteht das nun?

Aus Stimmungen entstehen Gefühle.

Aus Stimmungen entstehen Gefühle. Diese Gefühle werden durch unsere Gedanken bewertet und diese Bewertungen haben Einfluss auf Ausmaß des Ärgers. Unser Ärger ist Reaktion auf etwas. Ein anderer kann uns nicht ärgerlich machen. Es ist etwas, dass in uns entsteht. Vor allen Dingen sagt der Ärger auch etwas über die Beziehung zu der anderen Person.
Unsere Gefühle steuern unser Verhalten und unsere Wahrnehmung. Wir sehen die Welt durch die Brille des Gefühls.

Wut fühlt sich für Männer und Frauen gleich an, doch die Art und Weise, wie wir sie ausdrücken, ist erlernt.
Frauen müssen sich entscheiden, wollen sie wütend sein oder schön?
Süße Mädchen, starke Jungs. Wut ist weder männlich noch weiblich.
Doch ihr Ausdruck und ihre Bewertung sind unterschiedlich.

Kannst du Wut überhaupt noch spüren?

Es gibt Menschen, die sagen: Ich bin nie wütend. Hier gilt es hinzuschauen, wie du Wut und den Umgang damit vorgelebt bekommen hast. Gerade Frauen ersetzen Wut durch ein anderes Gefühl, zum Beispiel Trauer, weil sie gelernt haben, dass sie als wütendes Mädchen nicht geliebt wurden. Aber als trauriges Mädchen in den Arm genommen wurden.

Auch wenn man gelernt hat, Wut mit Trauer zu ersetzen und sie damit verdrängt, sind die verdrängten Gefühle dennoch da.

Wut geht mit Aggression einher. Im Sprachgebrauch ist das Wort Aggression negativ belegt. Vom Ursprung her
ist es dennoch neutral. Es kommt von Aggredi: angreifen und auf jemanden zugehen „Etwas in Angriff nehmen“

Aggressionen resultieren aus Angst, Zugehörigkeit und Anerkennung zu verlieren. Und jetzt schließt sich auch der Kreis zu den Schutzprogrammen des Kaktusmodells.

Um zu verstehen, was dich wütend macht, welches Bedürfnis, schau dir an, welcher Mangel, welcher Schmerz dahinter steht.

Was hat dich verletzt und was hat dich enttäuscht?
Sich diese Frage zu stellen, ist mutig. Denn die Enttäuschung zu fühlen, ist oft schwieriger als die Wut.
Enttäuschung fühlt sich schwach an, und das muss man erstmal zulassen können.

So jetzt haben wir den erklärenden Part geschafft.

Dennoch:
Ich kann nichts tun, um deine Wut, deine Angst oder deine Trauer zu mindern. Ich kann nur mit dir teilen, welche Einstellungen und Gedanken mir geholfen haben, mit diesen Emotionen besser umzugehen.
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Das heißt übrigens nicht, dass ich die total gerne mag.
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Das heißt nur, dass ich es geschafft habe, sie besser anzunehmen und zu schauen, wozu sie gut sind und deren Kraft für mich zu nutzen.⠀⠀⠀⠀⠀⠀
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Jetzt heißt es genau hinhören und sich selbst die richtigen Fragen stellen. Mit diesen Schritten klappt das Hinhören und hinter die Emotion zu blicken:⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
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1. Nimm wahr, welche Emotion gerade ist – ohne
Bewertung.⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
2. Wie fühlt sie sich im Körper an?⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
3. Was denkst du darüber?⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

4. Was oder wer hat die Emotion
ausgelöst?⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
5. Welches Bedürfnis steckt hinter der Emotion?
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6. Was brauchst du, das dir fehlt?⠀⠀⠀
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Das sind die Fragen, die du dir stellen kannst, um Zugang zu der Kraft zu bekommen, die in diesen für uns oft schwierigen Emotionen steckt. Du brauchst nur neugierig auf die Antwort sein. Dann kann sich etwas verändern.

Wut als Stärke

Mein erstes Erlebnis, an dass ich mich noch klar erinnern kann zum Thema Wut war eine Prügelei in der 3. Oder 4. Klasse. Es war auf einer Weihnachtsfeier im Gemeinedezentrum Wülfrath, dass von der Schule veranstaltet wurde. Alle Lehrer und Eltern waren da. Ich trug eine weiße Bluse, einen grünen Rock mit Stickereien und eine weiße Strumpfhose. Meine Haare waren brav geflochten. Ich hatte ein Gedicht auswendig gelernt und durfte es aufsagen. Als der offizielle Teil der Feier vorbei war und die Eltern nett beisammen saßen, war ich mit anderen Kinderndraußen. Es hatte geschneit.
Draußen war auch ein Junge unserer Klasse, der alle anderen immer piesakte. Sein Name war Benjamin. Er versteckte sich und war bereit, alle mit Schneebällen zu bewerfen. Die Mädchen hatten Angst vor ihm, und wirr alle sagten noch, wirf auf keinen Fall mit den Schneebällen. Wir hatte ja gelernt, dass da Steine drinstecken könnten, die uns verletzen.
Doch Benjamin ignorierte – wie immer, das was die anderen wollten, und fing an zu werfen.
Ich dachte an all die Mal, in der er in der Schule störte und uns das Leben schwer machte und als ich den ersten Schneeball angeflogen kommen sah, rastete ich aus.Ich spürte eine Hitze aus der Magengegend in meinen Kopf hochschießen. Meine Wangen wurden rot und ich spürte die Wut auf Benjamin. All die Mal, in denen er mich nicht respektiert hatte und meine Wünsche kamen hoch. Diese heiße Wut trieb mich an und ich stürzte mich auf ihn und prügelte mich mit ihm. Ich fühle mich stark. Doch dann kam sein Bruder und ich war beiden unterlegen.
Jemand verständigte meine Eltern und mein Vater erzählt mir später, dass er plötzlich hörte wie jemand
sagte: „Herr Schönau, Herr Schönau, ihre Tochter prügelt sich.“
Die Weihnachtsfeier war gelaufen. Das Ganze endete an der meines Vaters, der mich weinend, mit kaputter Strumpfhose nach Hause brachte. Ich hasste es, verloren zu haben, weil die beiden zu zweit waren.
Mein Vater war nicht sauer auf mich, er meinte nur, „Achte darauf, dass die nicht zu zweit sind.

Ich erinnere mich daran, dass ich die Wut mochte, weil sie mir Stärke verlieh und ich so eine Kraft in mir noch
nie gespürt habe. Diese Kraft konstruktiv genutzt, bringt uns in die Bewegung. Die großen Leader der Welt, die etwas
verändert haben, waren irgendwann nicht mehr traurig. Sie waren wütend. Martin Luther King. Mutter Theresa.
Mahatma Ghandi. Sein Enkel Arun Gandhi hat dazu dass Buch geschrieben „Wut ist ein Geschenk“, wenn
du dazu auch noch mehr lesen willst.

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