Yvonne Schönau

Wie deine Emotionen deine Realität erschaffen

Vorstellungsgespräch. Schon morgen? Um 11 Uhr?!

 

Kim stockte der Atem. Ein paar Sekunden lang bekam sie kein Wort raus. Dann stammelte sie: „Sehr gerne! Ich freue mich drauf“.

 

Eben noch hatte Kim auf „senden“ geklickt und nach stundenlangem Feintuning ihre Bewerbung rausgeschickt. Eine Woche lang hatte sie an nichts anderes gedacht und war froh, diesen Meilenstein genommen zu haben.

 

Der Herr aus der Personalabteilung war super freundlich gewesen, und doch war Kim nach dem Telefonat voller Adrenalin. Mit einem so kurzfristigen Vorstellungstermin hatte sie nicht gerechnet.

 

Hatte sie alle Unterlagen? Was sollte sie anziehen? Würde die Zeit reichen, noch weitere Details über das Unternehmen zu recherchieren, um im Vorstellungsgespräch zu glänzen?

 

Sie spürte, wie sich ihr Magen verkrampfte. Bis zum Abend stiegen in ihr so viele Zweifel hoch, dass ihr sogar übel wurde.

 

Immer wieder sah sie vor ihrem inneren Auge Bilder, wie sie sich im Bewerbungsgespräch blamierte und auf die Fragen keine Antwort wusste. Je länger sie bei diesen Gedanken verweilte, desto stärker wurde auch ihre Angst.

 

Nach einer kurzen Nacht und wirren Träumen machte sich Kim auf den Weg zu ihrem Bewerbungsgespräch. Begleitet von dem Gefühl, dass trotz Make-up jeder in ihrem Gesicht sehen konnte, wie müde sie war.

 

Die freundliche Dame an der Rezeption führte sie in den Wartebereich der Personalabteilung. Dort saß Kim nun. Im Kopf immer noch die Bilder, im Bauch eine große Angst.

 

Ihr Körper sendete die gleiche Botschaft: Ihre Schultern hingen herab, ihre Augen waren klein und ihr Körper wirkte wie in sich zusammengesunken.

 

Fünf Minuten später holte eine Dame im Anzug Kim ab, musterte sie und begleitete sie in den Konferenzraum.

 

Selbsterfüllende Prophezeiung

 

Was denkst Du? Wie ist die Geschichte von Kim ausgegangen?

 

Ich wünschte, ich könnte dir erzählen, sie hätte im letzten Moment noch ihre Kraft und ihr Selbstvertrauen gefunden. Doch leider bekam Kim ihren ersehnten Job an diesem Tag nicht.

 

Ihre Geschichte führt uns sehr eindringlich vor Augen, was eine selbsterfüllende Prophezeiung ist.

 

Dazu brauchst du keine Glaskugel, die dir die Zukunft zeigt. Letztere gestaltest du nämlich selbst, indem du deine Innenwelt gestaltest.

 

Kim hatte sich stundenlang ausgemalt, was alles in ihrem wichtigen Moment schiefgehen konnte. Die Folge: Angst und Panik hatten sich in ihr ausgebreitet, obwohl noch gar nichts passiert war.

 

Ihr sehr lebendiges Kopfkino hatte dazu geführt, dass sie mit diesen Emotionen schließlich auch in das Gespräch ging.

 

Damit die volle Tragweite dieser Situation deutlich wird, lass uns einmal die Perspektive ändern: Stell dir vor, du wärst vom Unternehmen und würdest ein Bewerbungsgespräch mit Kim führen. Welchen ersten Eindruck würde sie auf dich machen?

 

Wahrscheinlich würdest du in ihr eine ängstliche, junge Frau mit wenig Selbstbewusstsein sehen. Auch wenn Kim das Ruder im Gespräch noch hätte herumreißen können, der erste Eindruck war nicht auf ihrer Seite.

 

Erinnere dich an den Halo-Effekt: Wir Menschen sind so gestrickt, dass wir von einigen wenigen erkennbaren Eigenschaften schnell auch Rückschlüsse auf andere Fähigkeiten eines Menschen ziehen.

 

Ihre Gedanken und Emotionen hatten Kim also letzten Endes genau in die Situation geführt, die sie eigentlich vermeiden wollte, und so eine selbsterfüllende Prophezeiung in Gang gesetzt.

Denk dich erfolgreich

Bücher wie „The Secret“ bauen genau auf diesem Muster auf: Deine Gedanken und deine täglichen Emotionen wirken maßgeblich daran mit, wie du auf die Herausforderungen und Geschehnisse in deinem Alltag reagierst.

 

Das hat wenig mit Magie zu tun. Hätte Kim sich lebhaft vorgestellt, wie sie im Gespräch mit ihrem Wissen überzeugt und in den kommenden Jahren die Karriereleiter hinaufsteigt, wäre sie wesentlich selbstbewusster in das Gespräch gegangen und hätte den Ausgang maßgeblich zum Positiven beeinflussen können.

 

Natürlich will ich dich nicht dazu ermuntern, die Realität zu beschönigen.

 

Doch ich lade dich ein, deine Kreativität bewusst einzusetzen, um die Emotionen in dein Leben zu bringen, die dich deinem Ziel näher bringen.

 

Denn in deiner Innenwelt gibt es kein Richtig oder Falsch, kein Realistisch oder Unrealistisch. Das ist deine Welt, die du vollkommen frei gestalten kannst.

 

Du hast ähnliche Erfahrungen wie Kim gemacht? Dann erzähl mir gerne davon. Ich freue mich auf deine Nachricht und danke dir ganz herzlich fürs Lesen und für deine Zeit.

 

Deine Yvonne

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