Opfer sein oder stark sein – Wie du durch Verantwortung dein Leben eroberst

In diesem Beitrag geht es darum, dass du deine Emotionen selbst kreierst und wie du die Verantwortung für dich übernehmen kannst, um dein Leben zu erobern.

Ich bekomme oft Nachrichten mit folgendem Wortlaut:

„Yvonne, ich fühle mich so allein, keiner will mich.“

„Yvonne, andere interessieren sich nicht für mich.“

„Yvonne, egal, was ich tue, am Ende wurde ich wieder enttäuscht.“

„Yvonne, wenn ich mich anderen mitteile, interessiert es sie nicht.“

„Yvonne, immer, wenn ich mein Herz öffne, werde ich verletzt.“

Alle diesen Aussagen liegt ein Muster zu Grunde. 

Erkennst du das Muster, dass dahintersteckt? Es ist immer auf die Taten von anderen bezogen.  Es geht immer darum, dass andere etwas getan oder eben nicht getan haben. Alle diese Sätze und Gedanken geben eines ab – die eigene Kraft. Sie bringen denjenigen, der sie sagt, in die Opferrolle.

Wer löst deine Emotionen aus? Du.
Wer löst deinen Schmerz aus? Du.
Wer löst deine Freude aus? Du.

Sobald du dir klar wirst, dass Du der Kreateur deiner Emotionen bist – holst du dir deine Stärke zurück. Wie löst du zum Beispiel Schmerz aus (und ich rede jetzt nicht von dem körperlichen Schmerz, wenn du dir deinen Zeh irgendwo anstößt)

Emotionen sind mit Bewertungen verbunden. Ständig gibst du Dingen, Situationen, Umständen, Menschen eine Bewertung. Wo kommt die Bewertung her? Aus deinem Kopf. Du hast also die Bewertung kreiiert.

Und wenn deine Bewertung aus dem Kopf kommt – aus der Illusion, weil du eine bestimmte Vorstellung davon hast, wie zum Beispiel andere sich zu verhalten haben, wenn du dich ihnen mitteilst, und dass dann nicht eintritt, dann hast du deinen eigenen Schmerz kreiert.

Realität und Story unterscheiden

Und jetzt kommt es: Wie gehst du, der das jetzt gerade liest, damit um?

Einige sagen dann, stimmt, ich bin der Schöpfer all dieser Dinge. Wie ich reagiere, liegt bei mir. Ich kann anderes reagieren, wenn ich es anders bewerte.

Dann bist du voll in deiner Kraft!

Und dann gibt es die anderen, die, wenn sie das schon lesen, es abtun und sich nicht für die Möglichkeit öffnen, sondern sich lieber wieder in der Opferrolle suhlen. 

Denn ich habe ja gerade auch nicht das geantwortet, was mein Gegenüber – oder in diesem Fall der Leser gerne gehabt hätte.

Und wo sind diese Leute dann? Im Kopf. Sie können Realität nicht von der Story unterscheiden, die ihnen ihr Kopf erzählt. Dann geht es wieder nur darum recht zu behalten, und nichts Neues zu entdecken. Denn sich von der eigenen Opfergeschichte zu verabschieden, stellt ja so einige Entscheidungen in Frage, die man in seinem Leben so gemacht hat.

Viele, die zum ersten Mal hören, dass sie selbst ihre Emotionen kreieren, mögen das im ersten Moment nicht annehmen. Manchmal, weil es ein neues, ungewohntes Konzept ist zu denken und manchmal, weil es so viel gewohnter ist, andere für die Dinge in meinem Leben verantwortlich zu machen. Verantwortung zu übernehmen ist für viel beängstigend. Denn plötzlich stehe ich im Mittelpunkt meines Lebens und muss hinschauen. Auf die Dinge, die mir nicht gefallen.

Ich persönlich glaube, dass das der einzige Weg ist, sein Leben und auch das hier auf der Welt zu verbessern. Stell dir mal vor, jeder würde für sich zu 100% Verantwortung übernehmen?

Niemand würde mehr Zeit und Energie damit verschwenden, anderen die Schuld zu geben. All die endlosen Diskussionen über, wer hat was genau wann gemacht, um einen Schuldigen zu finden – egal ob in der Beziehung oder im Beruf – hören von heute auf morgen auf. 

Politiker, die zu falschen Entscheidungen und nicht drum rumreden, sondern einfach sagen: „Ja, das war blöd von mir. Ich stehe dazu und es tut mir leid. Wir haben daraus gelernt und jetzt lasst uns sehen, wie wir es besser machen.“

Die Freundin, die deine Nachrichten auf dem Smartphone checkt und etwas findet, was sie nicht zuordnen kann, hört auf nach Geschichten und unauffälligen Wegen zu suchen, dich auszufragen, sondern sie sagt einfach: 

„Ich weiß, dass war scheiße von mir. Ich konnte nicht anders. Und so eine Freundin will ich auch nicht sein – aber ich habe es getan. Aus Angst. Weil ich mich schwer tue mit vertrauen, aber daran möchte ich wirklich arbeiten. Es tut mir leid. Ich verstehe, wenn du mir jetzt nicht mehr vertraust und du sauer bist. Ich stehe dazu, dass ich nicht perfekt bin. Und ich sage es dir, da ich eine echte Beziehung zu dir will, wo wir uns nichts vormachen, sondern sind wie wir sind.“

Das gibt Raum, Fehler machen zu dürfen – und wenn jemand einen Fehler gemacht hat, sagt er einfach: „Dafür übernehme ich die Verantwortung. Entschuldigung. Mit allen Konsequenzen.“ Und gut ist? Wir würden anderen nichts nachtragen und könnten uns ganz auf das konzentrieren.

Das gibt so viel Raum, so sein zu können, wie man ist. Gibt einem Stärke. Denn dann bin ich unerpressbar. Wenn ich zu allem stehe, was soll dann schon passieren? 

Und stell dir nur mal vor, einer fängt damit an, voll zu sich, zu seinen Taten zu stehen. Keine Ausreden mehr, sondern pure Annahme der Dinge, die sind wie sie sind.

Kannst du dir vorstellen, welchen Effekt, das auf andere Menschen hat? Damit gibst du Raum, dass andere so sein dürfen, wie sie sind. Denn du erlaubst dir, zu sein, wer du bist.

Verantwortung übernehmen

Und alles fängt damit an, Verantwortung zu übernehmen. Mit Verantwortung verändern wir die Welt. Denn sobald wir Verantwortung übernehmen, geben wir anderen den Rahmen, dass auch sie Verantwortung übernehmen können. Wir sind also gerade mit daran beteiligt, dass einige noch in der Opferrolle sind – auf Grund unseres Umgangs mit Ehrlichkeit. 

Wir wollen ehrliche Beziehungen, und dann ist mein Gegenüber ehrlich und dann schmerzt es uns die Wahrheit zu hören, und wir reagieren mit Ablehnung. Weil wir den Schmerz in uns selbst ablehnen. Und dann meiden wir die Person, die ehrlich war, weil wir denken, so könnten wir den Schmerz meiden. Dann sind wir oft nicht in der Lage, hinter den Schmerz zu schauen und uns zwei Fragen zu stellen: Warum schmerzt es mich? Was in mir löst das jetzt aus? 

Und die zweite Frage: Kann ich sehen, dass mein gegenüber unabhängig von seiner Tat in der Vergangenheit nun eine echte Beziehung zu mir sucht, denn er müsste mir das ja jetzt nicht sagen? Kann ich die Tat sehen, die jetzt gerade ist – der ehrliche Austausch, das zu sich stehen und vor mir mit dieser Schwäche verletzlich zu stehen – sehen? Oder bin ich in meinem Kopf und hänge am Schmerz und meiner Illusion vom anderen?

Durch diese Fragen finde ich zu mir, zu meiner Stärke und komme dem anderen näher.

Und zum Abschluß teile ich noch eine kurze Geschichte mit dir aus meinem Leben, wo ich die Realität nicht sehen wollte und lange Zeit keine Verantwortung übernommen habe.

Hinschauen kann wehtun

Ich hatte vor einigen Jahren gemeinsam mit einem Geschäftspartner eine GmbH gegründet.

Ich war unerfahren und dachte, dass dieser Partner – der 30 Jahre älter war als ich, sicher wissen würde, wie man ein Geschäft aufbaut und mit Geld umgeht – denn das hatte er in der Vergangenheit schon getan.

Ich nahm einen Kredit auf, um die 25.000 EUR Einlage zu zahlen – er bekam keinen Kredit und wollte mir die Hälfte zurückbezahlen. Er nahm die Hälfte des Geldes, als die GmbH gegründet war, und nutzte es als Anzahlung für sein Auto. Ich hatte noch einen Hauptjob und da das Geschäft nicht so lief, übernahm ich auch mal in einigen Monaten von meinem Gehalt aus meinem Job, ihm Gehalt zu überweisen, damit er leben konnte.

Einmal musste ich von meinen Gehalt auch die Mehrwertsteuer zahlen, die die GmbH dem Finanzamt schuldig war – weil nichts mehr auf dem Konto war. 

Das Spiel ging ca. 4 Jahre. Ich arbeitete an der GmbH und in meinem Hauptjob und verdiente nicht einen Euro. 4 Jahre lang – weil ich angetrieben war von der Idee, selbständig sein zu wollen und etwas Gutes für die Welt zu tun (wir verkauften Wasserfilter und die Idee, dass niemand mehr Plastikflaschen kaufen würde, dem ich mit einem Wasserfilter versorgte, trieb mich an). Nach einiger Zeit, konnten wir verschiedene Rechnungen nicht bezahlen, denn mein Geschäftspartner konnte nicht mit Geld umgehen.

Klar sprach ich zwischendurch mit ihm. Aber er hielt mich immer hin. Machte mir sogar ein schlechtes Gewissen, dass er ja gar keinen Urlaub machen würde, weil er so hart arbeitete. Er spielte also das voll Manipulationsprogramm.

Und dann kam ein Tag im Februar 2016 – als ich nicht mehr nicht hinschauen konnte. Mir wurde klar, dass ich jetzt Verantwortung übernehmen musste. Ich wollte schon lange nicht, mit ihm arbeiten, aber ich hatte Angst, alles aufzulösen. Ich wollte die offenen Rechnung an andere bezahlen und nicht als jemand gelten, der nicht zahlt. Also musste ich hinschauen.

Klar, kann ich sagen: was für ein Blödmann, der hat mich voll ausgenutzt. Hat er auch, aber ich habe es mit mir machen lassen.

Und der schwierigste Punkt waren zwei Dinge:

An diesem Februar Tag war ich allein zu Hause bei Freunden in München. Ich saß auf der Couch und wurde mir meiner Situation voll bewusst. Ich weinte und fühlte mich wie ein Versager. Dass ich es nie schaffen würde etwas aufzubauen. All die Zeit, die ich geopfert hatte, all das Geld und ich habe es nicht geschafft. Das tat weh. Vor mir selbst zuzugeben, dass ich es habe soweit kommen lassen.

Ich hatte unglaubliche Kopfschmerzen und weinte und weinte.

Ich wusste nicht mehr weiter und schrieb in meiner Mastermindgruppe eine spirituelle Heilerin aus Indien an. Sujatha. Ich schrieb ihr, dass es mir ganz schlecht ging. Das mein Kopf platzt und ich nicht mehr kann.

Und sie schrieb etwas, dass mir geholfen hat in meine Stärke zu finden.

Sujatha schrieb: „Verzeih dir selbst, dass du damals nicht hingeschaut hast und für deine Taten. Und das wichtigste verzeih dir für das, was du jetzt gerade über dich denkst und durchflute dich mit Liebe.“

Ich las ihre Zeilen und weinte so doll, dass mein Körper weh tat. Und ich sagte zu mir: „Yvonne, ich verzeihe dir. Für damals und für jetzt.“

Ein paar Tage brachte ich Ordnung in die GmbH. Erstellte Abzahlungspläne und wusste, ich steige aus. Ich konnte am Ende des Jahres hinter mir lassen, was mir nicht gut tat, übernahm Verantwortung und holte mir meine Stärke zurück.

Schreib mir doch, wofür du ab heute Verantwortung in deinem Leben übernehmen willst? Wo willst du kein Opfer mehr sein? In welchem Bereich holst du dir deine Stärke zurück.

Deine Yvonne

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