Yvonne Schönau

Kannst du deine Emotionen beim Namen nennen?

Hast du schon mal einen Schnellkochtopf in Aktion erlebt? Du schließt den Deckel luftdicht und schaltest den Herd ein. Wenn der Inhalt nun zu kochen beginnt, entsteht im Kessel Druck, der das Garen beschleunigt. So weit, so gut.

Weil der Topf jedoch nicht unendlich viel Druck standhalten kann, verfügt er über ein Sicherheitsventil, das sich bei zu hoher Belastung öffnet. Gäbe es das nicht, würde der Druck unbemerkt weiter steigen, bis dir der Kochtopf samt Inhalt um die Ohren fliegt.

Mit deinen Emotionen verhält es sich ähnlich. Nehmen wir dazu das Wort „Emotion“ genauer unter die Lupe und teilen es in seine zwei Bestandteile: E-Motion. „E“ steht dabei für Energie, „Motion“ für Bewegung. Deine Emotionen sind also Energie in Bewegung.

In besonders emotionalen Situationen entsteht ziemlich viel Energie in dir, die über deinen Körper Ausdruck sucht. Ignorierst oder verweigerst du dich in einem solchen Fall deinen Emotionen, dann stauen sich diese an und erzeugen Druck. Genau wie beim Schnellkochtopf hast also auch du ein Ventil, das du regelmäßig öffnen darfst.

Doch nicht alle Menschen finden im Laufe ihres Lebens diesen gesunden Umgang mit ihren Emotionen. Manche fressen über lange Zeit alles in sich hinein, bis der Druck schließlich so groß wird, dass sich die Emotionen von alleine ihren Weg nach draußen bahnen. Die Folgen sind denkbar unangenehm und können einen Menschen für längere Zeit lahmlegen.

Darum ist es mir eine Herzensangelegenheit, dich dabei zu unterstützen, Zugang zu deinen Emotionen zu finden.

 

Denkst du oder fühlst du?

Hast auch du ab und zu das Gefühl, dass in dir etwas brodelt? Du fühlst dich beklemmt, gelähmt oder antriebslos, kannst jedoch das Gefühl nicht so richtig festmachen? Wie beim Schnellkochtopf köchelt in dir etwas vor sich hin mit der Gefahr, dass sich schleichend ein Druck aufbaut, ohne dass du es merkst.

Wie oft fühlst du in dich hinein? Wie gut gelingt es dir, zu fassen und auf den Punkt zu bringen, was in dir passiert? Eine Emotion benennen, das kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Allzu gerne lassen wir diesen Schritt einfach außen vor und versuchen, die Situation mit unserer Ratio zu deuten und zu kontrollieren. Statt mit unserem Herzen zu fühlen, zerdenken wir die Dinge mit dem Kopf und nehmen uns so die Chance, das Ventil zu öffnen.

Wie fühlst du dich zum Beispiel jetzt, in diesem Augenblick? Fühl mal kurz in dich hinein. Was würdest du sagen? Ist es vielleicht eine Antwort wie diese: „Ich fühle mich ganz okay, doch es könnte schon besser sein“? Damit bist du nicht alleine, denn viele Menschen geben spontan eine ähnliche Antwort.

Doch erkennst du, was hier passiert? Die Antwort beschreibt keine Emotion, sondern beurteilt und bewertet wie selbstverständlich die Situation. Das nennen wir denken, nicht fühlen.  

Wir versuchen allzu gerne zu begründen, was in uns los ist.

„Ich fühle mich besser als gestern.“ Das ist ein Vergleich, der erneut aus dem Kopf heraus kommt. Deinen Emotionen kommst du damit nicht näher, denn sie stecken nicht in deinem Kopf. Du findest sie in Deinem Körper.

So findest du den Draht zu deinen Emotionen

Magst du eine zweite Runde mit mir starten? Der erste Schritt, um zu deinen Emotionen zurückzufinden? Entspann dich! Atme tief durch und sag dir: „Okay, ich krieg gerade keinen Zugang, es ist wie es ist.“

Achte anfangs ganz einfach auf deine Körperempfindungen. Bist du gerade verkrampft? Spürst du Anspannung? Kannst du irgendwo im Körper Wärme spüren? Atme ein und frag dich, wo du etwas fühlst und was du fühlst.

So arbeitest du dich Stück für Stück über diese Empfindungen hin zur Emotion. Fühl noch einmal in dich hinein und achte darauf, ob dein Kopf deutet oder ob du mit deinem Herzen fühlst.

Ist da Wohlbefinden? Trauer? Wut? Freude? Liebe? Du darfst erst einmal unterscheiden lernen zwischen einer Emotion auf der einen Seite und deinen Gedanken bzw. einer Aussage auf der anderen Seite. Wenn du diese Unterscheidung für dich übst, wirst du mit der Zeit immer besser, deinen Kopf zu entlarven, wenn er dir dazwischen funkt.

Gelingt es dir, die Emotionen beim Namen zu nennen, fällt dir auch der Umgang mit ihnen leichter. Erkenne einfach: „Oh, ich habe eine Emotion“. Nimm das an, ohne es zu bewerten. Wehr dich nicht gegen die Emotion und versuche auch nicht, etwas daran zu verändern. Bleib einfach gelassen und sag dir: „Hey, es ist, was es ist.“

Ich hoffe, du konntest deinen Emotionen heute näher kommen. Versuch es gerne morgen noch einmal und du wirst merken, wie du jeden Tag ein bisschen besser wirst.

Ich freue mich, dich auf dieser Reise zu dir selbst zu begleiten, und bin gespannt, von deinen Erfahrungen zu hören. Danke fürs Lesen und für deine Zeit!

Deine Yvonne

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