2 Geheimnisse emotionaler Führung

Hast du schon mal bei Uber ein Fahrzeug bestellt? Oder über Airbnb eine Unterkunft gebucht? Wann hast du das letzte Mal bei einem Lieferdienst Essen bestellt?

Diese modernen Unternehmen bieten uns heute einen Service, der keine Wünsche offen lässt. Einfach das Smartphone zücken und mit wenigen Schritten ist alles erledigt. Berechenbar und zuverlässig kommt so jeder zum gewünschten Resultat. Nicht umsonst lautet das Versprechen vieler Start-ups, dass sie uns das Leben leichter machen wollen. In vielen Fällen gelingt das so gut, dass wir diese Erwartungshaltung verinnerlichen: Alles in unserem Leben soll möglichst schnell und einfach zu regeln sein. Auf den ersten Blick eine gute Sache. Doch im Alltag kann es schon mal vorkommen, dass wir diese Erwartungshaltung auch in unsere zwischenmenschlichen Beziehungen übernehmen. Spätestens dann merken wir: Menschen ticken anders als unsere Apps.

Der Umgang mit unseren Mitmenschen lässt sich nicht so einfach standardisieren.

An kaum einer anderen Stelle wird das so deutlich wie bei den Herausforderungen, denen Führungskräfte heute gegenüberstehen. Wie sich unsere Welt ständig verändert, so ändern sich auch die Erwartungen der Menschen. Doch eine Konstante bleibt erhalten: Menschen sprechen auf Emotionen an. Wer emotionale Codes kennt und sich auf verschiedene Menschentypen einstellen kann, der kann auch als moderne Führungskraft erfolgreich sein.

In diesem Beitrag beleuchte ich zwei Themenfelder, in denen emotionale Kompetenzen dich als Führungskraft aufs nächste Level bringen.

1. Wertschätzung? Unterschätzt!

Wie oft hast du heute schon „Danke“ gesagt? Schwer zu bestimmen, oder? Den meisten von uns geht das Wort im Alltag leicht über die Lippen. Oft sogar zu leicht.

In vielen Fällen sagen wir ganz automatisch „Danke“, weil es zur Routine geworden ist. Ob beim Kaffee in der Kantine, beim Bezahlen an der Supermarktkasse oder im Gespräch mit dem Call-Center.  Das soll nicht heißen, dass unser Umgang miteinander verkehrt ist. Doch es gibt einen Unterschied, ob wir unsere Wertschätzung bewusst ausdrücken oder einfach nur dahinsagen.

Die Emotion macht den Unterschied!

Gerade als Führungskraft ist Wertschätzung ein wiederkehrendes Thema. Zurecht! Denn auch wenn unsere Arbeitsverhältnisse vertraglich geregelt sind und unsere Leistung mit dem Gehalt eigentlich abgegolten ist, erwarten Menschen im Alltag noch ein wenig mehr.  Erinnere dich an unsere Feststellung weiter oben: Menschen ticken anders als Apps!  Emotionale Beziehung gehören zu jedem zwischenmenschlichen Verhältnis dazu. Das gilt auch für die Arbeitswelt. Achte in deinem Alltag darauf, dass mit deinen Worten auch die passenden Emotionen einhergehen. Menschen spüren, ob deine Wertschätzung echt ist oder ob du lediglich versuchst, die nötigen Knöpfe bei ihnen zu drücken.

Nimm dir die nötige Zeit, um dich ganz auf dein Gegenüber einzustellen und schenke ihm deine volle Aufmerksamkeit.

Auch das ist Wertschätzung!

Emotionen zeigen fällt Frauen oft leichter als Männern. Doch mit etwas Übung und einer offenherzigen Absicht gelingt auch das mit der Zeit immer besser. Übrigens: Wenn du den Prozess etwas beschleunigen willst, dann ist mein Self Expression Program genau richtig für dich! Ich garantiere dir, nach den drei Tagen hast du keine Probleme mehr, deine Gefühle frei auszudrücken. Doch zurück zum Thema Wertschätzung. Neben diesem ersten Punkt gebe ich dir noch einen zweiten Tipp mit an die Hand: Wertschätzung kannst du nicht mit der Gießkanne über deinem Team auskippen, denn jeder Mensch nimmt eine Botschaft anders wahr. Für die einen ist es wichtig, „Danke“ möglichst oft aus deinem Mund zu hören, andere müssen es sehen oder sogar fühlen. Zum Glück verfügen wir über vielfältige Möglichkeiten, unsere Dankbarkeit und Wertschätzung auszudrücken. Du kannst sie mit einer Schachtel Pralinen oder einem Strauß Blumen zeigen. Schriftlich mit einer Karte oder einer einfachen Notiz niederschreiben. Oder du kannst einen Menschen ganz ohne Worte einige Sekunden an deine Brust drücken.

Zugegeben, die eine oder andere Ausdrucksweise mag im Office etwas aus der Reihe fallen. Unterm Strich geht es jedoch darum, dass du jeden in deinem Team kennenlernst und ein Gespür dafür bekommst, wie du dich ausdrücken musst, damit deine Botschaft bei dem Einzelnen ankommt.

2. Arbeiten unter Druck

In jedem Team passiert es früher oder später: Die Arbeitsbelastung wird höher, der Druck nimmt zu und die Emotionen kochen hoch. In solchen Momenten reagiert jeder anders und entsprechend sind auch die Bedürfnisse der einzelnen Teammitglieder unterschiedlich. Der eine braucht einen Sparringspartner, der andere vielleicht jemanden, der ihm zuredet. Als Führungskraft bist du für dein Team eine wichtige Anlaufstelle. Wenn die Emotionen hochgehen, dann geht die Intelligenz runter. Das ist ein ganz natürlicher menschlicher Reflex. Unser Körper erkennt in einer Drucksituation eine Gefahr und bereitet sich darauf vor, notfalls physisch zu reagieren. Nicht selten haben sie den Menschen genau dahin gebracht, wo er heute steht und sie halten ihn auch dort. Wenn nun jemand Träume und Wünsche hat, kann es sein, dass ihm seine eigenen Programme im Weg stehen. Jedes Mal, wenn er unter Druck steht, fällt er dann zurück in alte Muster und kommt in seinem Leben nicht voran. In einer solchen Situation aktivieren sich unsere Schutzprogramme, die wir von Kindheit an gelernt haben. Sie bestimmen, wie jeder einzelne insbesondere in Drucksituationen mit seinen Emotionen umgeht. Wenn die Emotionen steigen, ist es häufig so, dass eines der Schutzprogramme die Überhand gewinnt. 

Die meisten sind sich dieser Schutzprogramme in dem Moment nicht bewusst. Dabei haben diese Programme eine ganz gehörige Auswirkung. Im Kern lassen sich diese Schutzprogramme auf vier zentrale Typen reduzieren. Diese habe ich dir in meinem Kaktusmodell (https://yvonneschoenau.com/kaktus/) sehr anschaulich erläutert. Wenn du die Schutzprogramme als Führungskraft erkennst, kannst du ganz individuell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in deinem Team eingehen und jedem mit der Hilfestellung begegnen, die er oder sie gerade benötigt, um weiter voranzukommen oder über sich hinaus zu wachsen. Dein Team wird sich von dir besser denn je betreut fühlen und völlig neue Leistungen erzielen. Und das Schönste an der ganzen Sache: Menschen mit verschiedenen Schutzprogramme ergänzen sich bei der Arbeit oft wunderbar.  Wenn du also die Programme deiner Teammitglieder kennst, kannst du Projektteams so zusammenstellen, dass sie sich gegenseitig optimal unterstützen und so auch in Zeiten mit hohem Druck optimale Ergebnisse liefern.

Ich freue mich von dir zu hören, ob der Test “Kaktusmodell”, den du auf meiner Website findest, in deinem Alltag hilft. Danke, dass du die Zeit in dich investierst.                                                               Deine Yvonne

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